Sumatra

Nach einer Nacht Singapur und zum Glück komplett frisch gewaschener Wäsche kamen wir nachmittags in Medan am Flughafen an. Es wartete auch schon ein sag wir mal rudimentär englischsprachiger Fahrer auf uns mit einem großen Schild auf dem „STEFAN“ stand 👍

Das hatte ja schon mal super funktioniert, was man vom Thema Geldabheben und SIM-Karte besorgen nicht behaupten kann. Wir brauchten nur knappe 600€ für unsere Rundreise in Indonesischen Rupien in bar, aber die Automaten spucken hier nur 80€ aus. Und natürlich hatte sich die Kreditkarte nach 2 Abheben gesperrt und meine funktionierte überhaupt nicht. Sehr schön! Kurz um, eine SIM-Karte besorgte unser Fahrer dann irgendwo am Straßenrand und die Rundreise konnten wir erst am Ende bezahlen. In Bukit Lawang gibt’s nämlich keinen Geldautomaten… 🙈

Die Fahrt nach Bukit Lawang war wir erwartet „interessant“. 4 Stunden für 130km! 😳 Anfangs war der Stadtverkehr in Medan äußerst spannend, wer schon mal in einer großen asiatischen Stadt war weiß was wir meinen 😉🙈, später erschwerten uns die Schlaglöcher der Landstraße den Weg.

19 Uhr abends kamen wir nach 3 Tagen Reisezeit endlich in der Villa Paradies an ☺️.

6 kleine Geschichten der ersten 2 Tage:

  1. Auf der Fahrt vom Flughafen nach Bukit Lawang hielt unser Fahren am Rand einer großen Kreuzung auf einmal an. 100 Motorräder um uns herum und plötzlich will einer den Kofferraum aufmachen. Wir waren beide schon fast über den Rücksitz gesprungen um unsere Gepäck zu verteidigen als unser Fahrer versuchte die Situation aufzuklären: Sein Bruder hat ihm eine Tüte mit neuen Sachen geben wollen 😂🙈.
  2. An der Villa Paradies angekommen- stockfinster und am Ende der Welt- stiegen wir und unser Fahrer aus. 2 indonesische Jugendliche warteten schon auf uns. Just in diesem Moment kam ein Motorrad mit 2 weiteren indonesischen Jungs und wollte unser Gepäck mitnehmen. Nix da! Im Endeffekt waren es alles Angestellte der Unterkunft, aber das muss einem erst einmal gesagt werden 😂🙈.
  3. Es ist 4:30 Uhr am Morgen als vermeintlich das Radio von wem auch immer anging. Hellwach und mit sehr seltsamen Gefühl im Bauch guckten wir durch alle Fenster und versuchten der Sache auf den Grund zu gehen. Das war schon strange, denn wir kannten unsere Umgebung nicht, es war ja alles stockfinster als wir ankamen… Das Rätsel lüftete sich von selbst wenige Minuten später als das Morgengebet in voller Lautstärke durch die ganze Stadt erklang. Die leise Radiomusik war nur das Vorspiel 😉.
  4. Der Junge an der Rezeption/Restaurant am Ankunftstag sah aus wie Mogli aus dem Dschungel (ist auch auf einem Bild hier im Dschungel drauf). Er sprach recht gutes Englisch und sogar ein bisschen Deutsch, sodass wir uns auch gut mit ihm unterhielten. Am nächsten Morgen fragte er uns erneut wo wir herkommen etc. Was hat der denn geraucht? Ne, den Jungen gibt es zweimal. Hier arbeitet noch einer, der fast genauso aussieht 😂😂😂
  5. Gewitter sind hier ein bisschen anders: In der 2. Nacht hatten wir das Gefühl gleich in ein dunkles schwarzes Loch verschluckt zu werden. So ein Gewitter hatten wir beide bis dato noch nie erlebt! Beim Donner hat man die Vibration im Bett und im ganzen Körper gespürt. Wir hatten echt ein bisschen Angst! 😳
  6. Wir waren am 1. Tag mit zwei sehr spannenden Fahrrädern in der Gegend unterwegs. Beim Vorbeifahren an diversen Kinder fiel uns auf, dass sie uns stets mit „Hallo“ begrüßten. Wir fragten uns demnach: „Woher wissen die, dass wir Deutsche sind?“ Googlen hilft, denn „Hallo“ auf Indonesisch heißt schlicht und einfach auch „Halo“… 🙈

 

„Welcome to the Jungle“

Unser Highlight in Sumatra: Eine 2-tägige Tour durch den Dschungel inklusive Übernachtung im Dschungel-Camp (ja, war Stefans Idee!).

9 Uhr ging es mit einem weiteren französischen Pärchen und 2 einheimischen Guides los. Die Guides gehörten zu unserer Unterkunft, kannten wir also schon 👍. Einer davon war besagter „Mogli“. Wir waren froh, dass er nicht noch mehr Englisch und Deutsch konnte, sonnst hätten wir ihn im Fluss versenken müssen- er hat fast pausenlos gequatscht und Blödsinn gemacht! 😂🙈

Insgesamt waren wir 15km hoch und runter über 7 Stunden im Dschungel unterwegs. Das ganze bei zum Glück nur circa 25 Grad aber 80% Luftfeuchtigkeit- so geschwitzt hatten wir in unserem ganzen Leben noch nicht 😱🙈.

Der Weg war teilweise auch etwas spannend: Querliegende Hölzer auf jeder Höhe, Schritthöhen nur für wirklich große Menschen, Abseilen an Lianen, etc. Aber auch hier war ja wieder einmal mehr der Weg das Ziel! 😜 Wir hatten etliche Orang-Utans und sonstige Affen am Wegesrand, sowie Ameisen im 3cm Bereich. Sehr faszinierend! ☺️😃

Mittags gab es mitgebrachte gebratene Reis Kehrpaket zum mit der Hand essen. Erfahrung sag ich da nur immer wieder, Erfahrung! 😉

Am Ende des Tages trugen uns unsere Füße eigentlich nur noch, weil wir wussten, dass kühles Bier in einem noch viel kühleren Fluss auf uns wartete!

Nach einer verdienten Abkühlung gab es ein toll zu bereitetes Abendessen mit allen Beteiligten in unserem Küchenzelt. Gekocht wird natürlich über offener Flamme. Generell liebt der Indonesier offenes Feuer. Hier verbrennt seinen Müll nämlich einfach an der Straße oder im Vorgarten. Etwas, dass uns unfassbar nervt, denn man kriegt auf dieser Insel einfach keine Luft! 😩

Sei es drum, Essen war lecker und wenn man wollte saumäßig scharf 😋

Bereits 21Uhr sind wir dann stehend k.o. gegangen und haben unser Nachtlager in Anspruch genommen: Eine relativ dünne Matratze, kleines Kissen und dünner Schlafsack, umhüllt von einem Moskitonetz in einem Zelt für 6 Personen. Naja, Zelt ist vielleicht zu viel gesagt, es erinnerte eher an einen Stall aus Plastikplanen 😂🙈. Wir hatten zum Glück auch unsere eigenen Leinen-Schlafsäcke dabei, der Rest roch etwas muffig… Geschlafen haben wir dann sogar abgesehen vom harten Boden ganz gut. Urwaldgeräusche gab es nur wenige, denn der Fluss im Camp übertönte alles 👍

Nach so früh ins Bettgehen, waren wir natürlich pünktlich 7Uhr munter, der Rest des Camps erst gegen 10Uhr 🙈. Aufgrund des Gewichts hatten wir auch kein Buch und nix dabei. Das war dann etwas blöd, zumal der erste Kaffee eine Stunde auf sich warten lies. Kaffeekochen im Dschungel heißt schließlich Feuer machen, Wasser vom Fluss holen, Wasser auf offenem Feuer kochen und als Kaffee fertig stellen 🙈🙈🙈. Naja, nach einem guten Frühstück um 11Uhr morgens (!) sind wir noch an einen kleinen Wasserfall gewandert und dann nach dem Mittagessen mit 4 aneinander gebundenen Reifen als Floss den Fluss runter. Da bekommt der Ausspruch „Wir sind auf 4 Reifen unterwegs“ eine ganz andere Bedeutung. 😜 Es war wirklich sehr lustig…

Alles in allem eine tolle und lohnenswerte Tour! 👍☺️☀️🌴

Kleiner Nachtrag zum Abend nach dem Dschungel: Wir waren in Bukit Lawang essen. An sich jetzt nicht soooo das Problem, aber just in dem Moment als wir das Essen bekamen setze ein Monsun und Gewitter ein, es war einfach nur krass! 😱😳🙈 Regnet es dort einmal dauert das auch schon mal ein paar Stunden

Jetzt zu unseren Problemen diesbezüglich: 1. Wir war mit dem Tuktuk dort. Das hatte zwar Dach, aber ist ansonsten vom Faradayischen Käfig weit entfernt! Wir mussten aber mit dem Ding zurück, denn der Opa wartete zu einer verabredeten Uhrzeit auf uns für die Rückfahrt. Außerdem gibt’s da keine Auto-Taxen…

  1. Um zu diesem Tuktuk zu kommen mussten wir wieder zurück über den Fluss- über eine sehr lange und sehr baufällige Hängebrücke! Mitten auf der Brücke war es dann wieder so weit: Erst Blitz, dann Donner und dann Stromausfall in der ganzen Stadt!

Wir haben es zwar klitschnass aber heil überstanden 👍🙈